|
Angesichts der Flutwelle im Indonesischen Ozean habe ich mich bezüglich "Tsunamis" mal schlau gemacht und einige Informationen hier bereitgestellt.
Informationen zum aktuellen geschehen sind unter derstandard.at zu finden. Thomas
Was ist ein Tsunami? Wellenkanal |
Tsunamis sind Riesenwellen, die vor allem in Ozeanen durch starke Erschütterungen entstehen. Reißt ein plötzlicher Stoss grosse Wassermassen aus dem Gleichgewicht, breitet sich die Energie in Form von Wellen aus. Einen ähnlichen Effekt kann man übrigens beobachten, wenn man von unten gegen einen Blecheimer tritt. Im Unterschied Wellen, die vom Wind erzeugt werden, bewegen Tsunamis das Wasser bis zum Meeresgrund. Auf hoher See macht sich ihre riesige Kraft je nach Bodenbeschaffenheit und Meerestiefe vielleicht nur als sanftes Schaukeln bemerkbar. Erreichen die Wellen jedoch Küsten, die sich jäh aus dem Wasser erheben und deren Uferregion flach ins Landesinnere führt, entfaltet sich die vernichtende Kraft des Tsunami. Die Wellen türmen sich auf - bis zu 60 Meter wurden schon gemessen - und rasen landeinwärts. Tsunamis bewegen sich schnell vorwärts. Im offenen Meer können sie Geschwindigkeiten von 500 bis 1000 km/h erreichen. Was bedeutet Tsunami?Tsunami bedeutet "Hafenwelle" auf Japanisch. Wenn Fischer von der See heimkehrten und ihre Dörfer von einer Riesenwoge verwüstet vorfanden, glaubten sie, das Ereignis hätte nur in ihrem Hafen stattgefunden - denn auf dem offenen Meer hatten sie nichts gespürt. Der Begriff ist - wörtlich genommen - irreführend, da es sich bei einem Tsunami um ein System handelt, das ganze Ozeane betrifft. Was löst einen Tsunami aus?Für die meisten Tsunamis sind See- oder Erdbeben verantwortlich. Aber auch Vulkanausbrüche, Felsstürze und Meteoriteneinschläge erzeugen das Tsunamis. Tsunamis können aber auch von großen atmosphärischen Schwankungen ausgehen. Nach der Explosion eines Vulkans auf Krakatau am 27. August 1883 erlebte Lake Taupo, ein See über 8.000 Kilometer entfernt in Neuseelands, eine Welle kleineren Ausmasses. Dieser Mikrotsunami hatte seinen Ursprung wahrscheinlich in der gigantischen Druckwelle, die nach der Detonation sieben mal um die Erde sauste. Damit ein Tsunami entsteht, bedarf der Auslöser allerdings einer kritischen Grösse. Seebeben, deren Epizentrum nahe der Erdoberfläche liegen, führen erst ab einer Stärke von 7 auf der Richterskala zu Tsunamis. Deshalb ist das Ereignis eher selten: Zwischen 1860 und 1948 lösten weniger als ein Prozent der Erdbeben messbare Tsunamis aus. Wo können Tsunamis auftreten?Grundsätzlich können Tsunamis überall dort entstehen, wo das Gleichgewicht grosser Wassermassen etwa durch plötzliche Erdstösse gestört wird. Selbst Seen sind nicht gefeit gegen das Phänomen. Als ein Beben 1601 den Vierwaldstättersee erschütterte, beobachteten Zeitgenossen Wellen, die sich als kleine Tsunamis deuten lassen. In den Weltmeeren wirken sich Tsunamis allerdings verheerend aus. Hier treten sie am häufigsten im geologisch aktiven Pazifik auf. Das Pacific Tsunami Warning Center (PTWC) hat denn auch eine wichtige Rolle im Frühwarnsystem übernommen. Welchen Schutz gibt es vor Tsunamis? Das Pacific Tsunami Warning Center |
Seebeben lassen sich kaum vorhersagen. Je nachdem, wo sie einen Tsunami auslösen, bleibt deshalb mehr oder weniger Zeit, um bedrohte Regionen zu evakuieren. Gleichzeitig können Fehlalarme gefährliche Folgen haben, wenn sie dazu führen, dass die Küstenbewohner den Warnungen nicht mehr glauben. Im Pazifik kommt deshalb ein ausgeklügeltes Frühwarnsystem zum Zuge. Ein Netz von Seismographen hilft, ein Beben möglichst genau zu orten. Sobald seine Stärke den Wert von 7 auf der Richterskala überschreitet, leiten die das Pacific Tsunami Warning Center eine Meldung zur erhöhten Alarmbereitschaft ("Tsunami Watch") an die zuständigen Stellen weiter. Messstationen beobachten Änderungen des Meeresspiegels. So versuchen die Wissenschaftler herauszufinden, ob ein Tsunami droht und welchen Weg er nehmen wird. Erst dann wird die Öffentlichkeit informiert und aufgefordert, sich auf höher gelegene Plätze zu retten. Bei Riesenwellen, die nahe der Küste entstehen, bleibt jedoch kaum Zeit zur Evakuierung. In Japan schützen sich daher einige Orte mit mächtigen Deichen vor der Katastrophe.
(Quelle: http://www.quarks.de/wellen/03.htm)
Interessantes dazu auch unter http://de.wikipedia.org/wiki/Tsunami.
Nur registrierte Benutzer können Kommentare schreiben. Bitte melde dich an oder registriere dich. |